Es ist wieder einmal so weit: Ich versuche es zum achten Mal mit Thalia & Co. – weil ich einfach nicht aufgebe. Trotz all der Hindernisse und meiner (wie ich finde) sehr berechtigten Kritik. Kritik am ziemlich unpraktischen Dashboard, Kritik an den Möglichkeiten, die man als Autorin bekommt, um sich sichtbar zu machen, Kritik an so mancher technischen Anforderung (eingebettete Fonts dürfen z. B. keine Leerzeichen im Namen haben – so aber werden sie von ihren Designern nun einmal oft benannt und wer sich da nicht gut auskennt, weiß womöglich nicht, wie man das anpasst). ABER das Team von Tolino Media ist noch immer entzückend, wunderbar und hilfreich und sollten vielleicht die Geschäftsführung des gesamten Unternehmens an sich ziehen; das würden die Damen locker wuppen.
Dieser Versuch bedeutet für mich IMMER massive Verluste. Sich von Amazons Exklusivität zu verabschieden, kommt mit einem hohen Preisschild: Sehr, sehr viel weniger Sichtbarkeit = sehr, sehr viel weniger Umsatz = sehr, sehr viel mehr Ausgaben für Werbung = sehr, sehr viel weniger Brot im Schrank. Ob das jemals über Tolino ausgeglichen werden kann, weiß ich nicht.
Doch da ist natürlich wieder und wieder die Frage nach Moral und Prinzipien. Thalia ist natürlich als Riesenkonzern, der Indie-Buchläden gezielt aufkauft und verdrängt, kein Musterbeispiel für ethisches Handeln. Aber der Unterschied zu Amazon dürfte groß sein (und hoffentlich bleiben – so weit ich herausfinden konnte, will dort niemand mit Nazis plaudern!) und das ist in der heutigen Zeit, in der wir alle versuchen (wollen oder sollten), US-Konzerne nicht zu fördern, eine Menge wert.
Sowieso läuft es mit Amazon für die meisten Indies seit dem letzten Jahr nicht mehr rund. Dafür gibt es tausend Gründe, aber die müssen uns jetzt nicht kümmern. Was ich sagen will: Ich nage eh wieder am Hungertuch, nachdem ich es für zwei Jahre mal sehr, sehr weit geschafft hatte (was mich noch immer wundert, fühlt sich schon gar nicht mehr real an). Es will mir scheinen, das ist der beste Moment, um zu sagen: Fuck it, ich versuche es noch einmal. Vielleicht gelingt es mir, auch Tolino-Leserinnen für meine Heldinnen zu begeistern? Mag Jahre dauern, aber das hat den Vorteil, dass es sich so nach Zukunftsplanung anfühlt – obwohl ich mir, wenn ich nicht schreibe oder anderweitig arbeite und abtauche, kaum noch vorstellen kann, Weihnachten 2026 zu erleben. Ihr kennt das Gefühl, oder?
Daher: Wann sonst, wenn nicht jetzt? Wer also mal etwas von mir lesen und mich damit unterstützen mag: Versucht es mal über Thalia; bis Ende des Jahres möchte ich womöglich alle Serien bis auf eine dort haben. Vielleicht werde ich wieder einmal feststellen müssen, dass ich mir das nicht leisten kann, aber es nicht erneut zu versuchen, das wäre mir wirklich widerlich.


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