Lesende Frau auf einem Stuhl

Was hat Emma im Jahr 1934 gelesen?

Als zunehmend politisch interessierte Frau und Schwiegertochter eines Verlegers ist ihre Lektüre nicht mehr nur unterhaltend. Immer noch zieht sie sich gerne mit Romanen von Jane Austen oder Elizabeth von Arnim zurück – da liebt sie besonders Emma von Austen und Priscilla auf Reisen und Verzauberter April von Arnim – , aber auch alles, was frisch auf den Markt kommt, interessiert sie.
Da wären nun also zunächst einmal die Kriminalromane:

  • Gleich zwei Kriminalromane von Agatha Christie
    • Der berühmte Mord im Orient-Express und
    • Warum haben sie nicht Evans gefragt?
  • das Debüt der Neuseeländerin Ngaio Marsh A Man Lay Dead (Das Todesspiel auf deutsch)
  • Von Dorothy L. Sayers erschien The Nine Tailors und
  • Mavis Doriel Hay veröffentlichte Murder Underground

Es ist anzunehmen, dass Emma Vergnügen beim Lesen hatte, aber gewiss auch kritisch überlegte, ob der Fall auch von ihr zu lösen gewesen wäre.

Besonders viel Freude dürfte sie an den zwei folgenden Roman gehabt haben:

  • P.G. Wodehouse – Right ho, Jeeves
  • Evelyn Waugh – A Handful of Dust

Ich bin ziemlich sicher, dass sie und James sich aus diesen Büchern gegenseitig vorgelesen haben und bestimmt mehr als einmal Vergleiche zwischen den Personen im Roman und jenen der guten Gesellschaft gezogen haben. Da Evelyn Waugh sowohl mit den Mitfords befreundet als auch mit Daphne bekannt war, waren seine bissigen Beschreibungen mancher Verhaltensweisen ein absolutes Must Read für Emma. Und wer über die Erlebnisse Bertie Woosters, wohlhabender Junggeselle, und seines Valets Reginald Jeeves nicht lacht – nun, für den hat Emma nur Mitleid übrig.

Wesentlich ernster geht es bei zwei Schriftstellerinnen zu, die heute nahezu vergessen sind:

  • F. Tennyson Jesse – A Pin to See the Peepshow.
    Was nichts mit dem zu tun hat, wonach es sich für uns anhört. Die Autorin war wahrhaftig nicht nur Autorin, sondern auch Kriminologin, die in ihren Romanen echten Fällen auf den Grund ging. Hier steht Edith Thompson im Mittelpunkt, deren Hinrichtung schockierte. Emma dürfte die Lektüre besonders heftig mitgenommen haben nach dem, was sie im Gericht erlebt hatte (Die Tote im Hyde Park)
  • Storm Jameson – Company Parade.
    Eine junge Frau und Mutter versucht nach dem ersten Weltkrieg, eine Karriere als Schriftstellerin aufzubauen – belastet von einem Ehemann, der das Gegenteil von Hilfe ist. Während des Lesens hat Emma bestimmt oft an Daphne und Nancy gedacht – und an ihre eigene Jugend in diesen hier beschriebenen Jahren.

Ja, ich denke, das ist eine vielleicht kurze, aber interessante Liste.


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