Andrea Instone

Licht & Schatten

Blog

  • Elisanne, die Sanfte

    Elisanne, die Sanfte

    Der Ruf der Herrin vom See bringt Melisande und den Professor zurück nach Avalon. Hier lebt Elisanne, das junge Mädchen aus der Dunkelsten Welt. Visionen und wirre Träume plagen sie und so fasst sie einen Entschluss, der weitreichende Konsequenzen hat. Nicht zuletzt ist auch die Vampira Swanhild von den Folgen dieser Entscheidung betroffen. Sie sucht nach Verbündeten unter den Strigoi und stößt dabei auf mehr als eine Schwierigkeit.

    Mit Schwierigkeiten anderer Art hat Odila, die Zeitenspringerin, zu kämpfen. Sie greift zu einer List, um die Königin der Schotten vor der Hinrichtung zu bewahren. Aber wird sie damit durchkommen und die Vergangenheit zum Besseren wenden?Es stehen Professor Olivero und den drei Agentinnen des 

    Instituts für Fantastik auch im vierten Band ereignisreiche Tage mit alten und neuen Feinden und unerwarteten Freundschaften bevor. Zerstreut in alle Richtungen, doch vereint in ihren Zielen, geben sie nicht auf, das Glück ihrer Welt zu erhalten.


    Auf einen Blick

    Band

    4

    Handlungszeit

    1899 und verschiedene Zeitebenen

    Schauplatz

    Avalon, die Dunkelste Welt und historische Schauplätze

    Lesestimmung

    Fantasievoll, dramatisch, hoffnungsvoll

    Einordnung

    Historische Fantasy mit Parallelwelten und Zeitreisen

  • Der Tod im Aktenschrank

    Der Tod im Aktenschrank

    Eiskalt ist es im Januar 1929; es türmt sich der Schnee am Rhein, die Straßen sind spiegelglatt.

    Da trifft es sich gut, dass Emma wärmstens empfangen wird in der Bonner Porzellanfabrik. Dort soll sie eine Werbeschrift erstellen. Eifrig stürzt sie sich in die Arbeit, beschäftigt sich nicht nur mit der Firmengeschichte, sondern auch mit der Familie dahinter.

    Bald glaubt sie, auf einen unerkannten Kriminalfall gestoßen zu sein. Was geschah im Sommer 1899 mit Luise?

    Das Stöbern in der Vergangenheit allerdings hat Auswirkungen auch auf die Gegenwart. Mörderische Auswirkungen, die auch Emma betreffen könnten …


    Auf einen Blick

    Band

    10

    Handlungszeit

    Januar 1929

    Schauplatz

    Bonn

    Lesestimmung

    Winterlich, vielschichtig, bedrohlich

    Einordnung

    Historischer Kriminalroman mit Gesellschaftsbild

  • Ein Leben wie im Film

    Ein Leben wie im Film

    Lilys Leben wird ordentlich durcheinandergewirbelt: Nicht nur, dass der Tonfilm ihr einiges an Arbeit abverlangt, auch Baby Melli sorgt für Trubel im Hause DuPlessis.

    Dazu kommt die Konkurrenz, die bekanntermaßen niemals schläft. Diese ist ausgerechnet mit Timotheus Mayenbach – pardon, Timotheus Mondschein, wie er sich nun nennen lassen muss – verheiratet. Und Eva Luna – wie Eva Maria Auguste Mondschein-Mayenbach sich ganz freiwillig nennt – ist ihm eine gestrenge Gattin. Wen wundert’s, dass er bald wieder um Lily herum scharwenzelt?

    Was, Wunder über Wunder, niemanden wundert. Wäre ja auch ein Wunder gewesen! Doch Wunder geschehen immer wieder und erst recht, wenn wir mit Lily, Emmanuel und all den anderen reizenden Menschen unterwegs sind.

    Ob es uns auch dieses Mal an die Loire verschlägt? Wir werden es erleben.


    Auf einen Blick

    Band

    3

    Handlungszeit

    Ende der 1920er-Jahre

    Schauplatz

    Babelsberg, Bonn und Blois

    Lesestimmung

    Turbulent, verspielt, übermütig

    Einordnung

    Historische Screwball-Komödie

  • Erstaunlich guter Laune bin ich

    Erstaunlich guter Laune bin ich

  • Warum befindet sich meine Rechtsmedizin in der Universität?

    Warum befindet sich meine Rechtsmedizin in der Universität?

    Echte und fiktive Orte bei Fräulein Schumacher

    Das Bonn, durch das Emma und Kommissar Wertheim laufen, unterscheidet sich in vielem von dem Bonn, das wir heute kennen. Nicht nur, weil ein komplettes Viertel den Kriegsgelüsten eines Führers zum Opfer gefallen ist und manch anderes dem Geschmack der nachfolgenden Jahrzehnten, sondern auch deshalb, weil ich mir gelegentlich Freiheiten genommen habe darin, wo und wie ich Handlungsorte angelegt habe.

    In den allermeisten Fällen verwende ich Geschäfte, Lokale und Hotels, die im betreffenden Jahr des Romans existierten. Eine Ausnahme habe ich vielen Tatorten gemacht: Den Salon von Madame Mirabeau beispielsweise gab es so wenig wie das Modeatelier Dezière. Im letzten Tanz habe ich einige Tanzlokale erfunden, da ich in dieser Hinsicht nicht viel finden konnte in dem Recherchematerial, das mir zur Verfügung stand.

    Dann gibt es die Orte, von denen ich wohl weiß, wo sie waren – das Kommissariat der Kriminalpolizei befand sich in der Tat im Alten Rathaus -, aber nicht, wie sie aussahen. Hier habe ich mir also eine Wache überlegt, wie sie zu Wertheim und Siegfried passen könnte.

    Andere Orte wiederum habe ich entweder verlegt oder darauf verzichtet, sie umzuziehen, auch wenn das in der Realität der Fall war. Deshalb befindet sich die Rechtsmedizin in der Universität, in der sie kurz einmal untergeschlüpft war; mir gefällt die Idee, dass Wertheim nur wenige Schritte gehen musste, um dorthin zu gelangen, und dass er sein Unbehagen mit einem Blick auf den Hofgarten lindern kann.

    Auch was die Personen angeht, habe ich mich oft von echten Namen im Telefonbuch inspirieren lassen. Manchmal habe ich die Namen leicht abgeändert, wie ich es gerade jetzt im 13. Band der Reihe mit einer Schuldirektorin getan habe. Die Schule existierte wirklich, hatte aber natürlich nichts mit dem Mordfall zu tun.

    Insgesamt ist es also so, dass die damalige Realität meine Fiktion überwiegt, wobei keine/r von uns das alte Bonn wirklich erlebt hat und somit eigentlich jede historische Geschichte immer Fiktion bleiben muss.

  • Edward Sinclairs Brautschau

    Edward Sinclairs Brautschau

    Er weiß alles und alles weiß er besser. Kein Wunder, dass seine Schwester eine Ehefrau für ihn sucht!

    England, 1813.
    Edward Sinclair, Herr von Manhey Manor, besitzt zwar kein schönes Vermögen, dennoch ist man allgemein der Meinung, er benötige dringend eine Frau. Eine Ansicht, der er zustimmt. Eine sanfte Person stellt er sich vor, hübsch anzusehen, gebildet, klug, charmant.

    Hübsch, gebildet und klug ist Miss Elizabeth Fielding unbedingt. Zu gerne wäre Edward mit ihr alleine, doch auch zwei andere junge Damen benötigen seiner (widerwilligen) Aufmerksamkeit. Und als ob es der Ablenkung damit nicht genug wäre, mischt sich auch noch seine Schwester ein. Sie nämlich ist überzeugt, besser zu wissen als er, welche Dame zu ihm passt und welche nicht …


    Auf einen Blick

    Band

    3

    Handlungszeit

    1813

    Schauplatz

    Manhey Manor, England

    Lesestimmung

    Heiter, romantisch, selbstironisch

    Einordnung

    Regency-Komödie mit Jane-Austen-Anklängen

  • Sinnvolle Rezensionen

    Sinnvolle Rezensionen

    Wer auf Facebook Autorinnen (beiderlei Geschlechts und jeglicher Herkunft) folgt, hat in den letzten Wochen und Monaten sicherlich oft gelesen, wie wichtig Rezensionen seien, welch ein Schindluder damit getrieben werde und wie gemeine Hater ihr armseliges Leben durch üble Verleumdung aufwerten würden.

    Diese Beiträge klangen mal wütend, mal jammernd, oftmals bittend und flehend und gelegentlich witzig. Da gibt es manche, die behaupten, sich nicht im Geringsten um Bewertungen zu scheren (Leserinnen wie Autorinnen), und andere, die sich nicht scheuten, die garstige Rezensentin an den Pranger zu stellen, weil sie echt wirklich absolut voll gar keine Ahnung habe und schlicht zu doof sei, um das verrissene Werk zu verstehen. Gerne handelt es sich dabei um Romane wie ‚Besorg’s mir, Darling!‘, ‚Kaffee, Kuchen und ganz viel Liebe‘, ‚Der harte Kerl mit dem weichen Keks‘ oder ähnliche Anwärter auf den Literaturnobelpreis, wobei ich nun keineswegs meine, es müsste alles mit Hinblick auf diese Ehrung geschrieben werden (Himmel nein!).

    Aber selbst berechtigte Kritik wird übel aufgenommen und bringt der Rezensentin wenigstens einen Schadenfluch und die Streichung sämtlicher Karmapunkte ein.

    Und ratet einmal: Ich kann das durchaus verstehen.

    Des Morgens zu erwachen und eine miese Rezension vorzufinden, das verschönt den Tag eben mal so überhaupt nicht. Gerade in diesen Zeiten wünscht sich die zarte Künsterlinnenseele eben auch einmal Zuspruch und Streicheleinheiten, am liebsten solche, die ein klein wenig öffentlich erfolgen, damit mehr Leserinnen einen finden mögen, die von ähnlicher Natur sind wie eben jenes engelsgleiche Wesen, das einem schrieb, es liebe jedes Wort, das man von sich gebe.

    Oder um einmal persönlicher zu werden und von meinem Erleben zu berichten: Ich habe durch meine Romane genau die Frauen (und eine kleine Handvoll äußerst wunderbarer Herren) kennengelernt, die ich mir während des Schreibens vage vorgestellt hatte. Frauen (und Herren) nämlich, die ich auch sonst durch andere Tätigkeiten traf, Frauen, die klug, witzig, warmherzig und charmant sind. Frauen, die als Leserin nicht allzu viel anfangen können mit immer noch detailreicheren Schilderungen menschlicher Qual. Frauen, die es gerne etwas ruhiger mögen, weil ihr Leben schon zu voll ist von zu viel Arbeit, zu viel Hetzerei von einem Ort zum nächsten. Frauen, die gerne lesen und Sprache genießen und nicht nur zack, zack, zack den nächsten Mord, die nächste Leiche und dann den Mörder präsentiert haben möchten. 

    Das Problem mit diesen Leserinnen ist: Die meisten sind eher zurückhaltend, wenn es darum geht, öffentlich ihre Meinung kundzutun. Ich habe nun schon viele eMails, Briefe und Päckchen gar erhalten von solch entzückenden Frauen, in denen sie mir alles Gute wünschen und sich selbst bitte mehr von Emma, Lily und Olivero. Und jedes Mal sinke ich vollkommen überwältigt auf einen Stuhl und heule einige Minütchen überwältigt vor mich hin und wünschte, ich könnte diese Freundlichkeit angemessen entgelten. Aber ganz gelegentlich wünschte ich mir auch, sie würden es wagen, das auch in eine Rezension zu setzen, weil ich doch gerne glauben möchte, es könnten meine Charaktere und Geschichten mehr Leserinnen (und Lesern) gefallen, als ich bislang erreiche.

    Aber zurück zu den Rezensionen, die nicht so reizend sind. Da haben es die meisten leider so an sich, dass sie relativ unspezifisch sind und somit nicht weiterhelfen. Ja, halt, stopp, natürlich weiß ich, dass diese Bewertungen nicht dazu gedacht sind, einer Autorin auf die Sprünge zu helfen. Andererseits aber – hey, doch! Denn viele der negativen Rezensionen werden persönlich: entweder der Schreibenden gegenüber oder aber sie drehen sich allein um die Rezensentin. Da liest man dann: 

    War voll langweilig, es passiert überhaupt nix, das ist kein Krimi. Für mich ist das nichts, kann ich nicht leiden. Fehlt echt an allem!

    Jo, kann man schreiben, kann man so sehen, ist absolut in Ordnung, denn wie heißt es so treffend: Es recht zu machen jedermann, ist eine Kunst, die keine kann. Und wer klug ist, versucht das auch gar nicht erst. Ich beispielsweise habe nicht das geringste Interesse daran, für Menschen zu schreiben, die andere nicht respektieren, die rassistisches Gedankengut pflegen und Hitler für ein missverstandenes Genie halten. Ist mein gutes Recht, die zu vernachlässigen. Und ich fasse es noch enger, denn ich schreibe für diejenigen, die mir als Leserin ähneln; ich schreibe das, was ich selbst suche. Und freue mich, wenn ich feststelle, dass die Gruppe viel größer ist als gedacht. 
    Wo also liegt das Problem?

    Vergessen wir die Buchwelt auf einen Moment und gehen wir einmal online shoppen. Lasst uns also das tun, was wir, die wir der Pandemie keinen Vorschub leisten wollten und die dennoch das Gefühl von ein wenig Normalität wollten, taten: Da sitzt man also am Sonntagvormittag gemütlich bei café au lait und croissant oder bei Tee und knusprigen Brötchen im Sessel, auf dem Sofa, im Bett, auf der Terrasse oder in der Küche und surft herum. Es ist Frühling, es kommt der Sommer, der Herbst naht, bald schneit es – wir brauchen unbedingt ein luftiges Kleidchen, leichte Sandalen, eine Badehose, eine Jeans oder einen kuschligen Pullover.

    Bleiben wir beim Pulli. Der soll weich sein (versteht sich von selbst), gerne in einem kühlen Kirschrot (Rot online kaufen, das letzte Abenteuer der Menschheit!), mit eng anliegendem Rollkragen, eher schmal, doch nicht eng geschnitten, mit langen Ärmeln, die bis über die Handgelenke gehen, und taillenkurz, damit er zu dem neuen Rock, der neuen Hose passt. Ach, und gerne mal mit einem Norwegermuster. Das klingt doch gut und etwas ganz Ähnliches haben wir vor Ewigkeiten in einer Zeitschrift beim Friseur gesehen, muss also zu finden sein. Wir besuchen die üblichen Verdächtigen und werden in unserer Verzweiflung immer großzügiger in der Auslegung der von uns festgelegten Kriterien; wir besuchen nun sogar schon die Shops, von denen wir niemals wieder etwas bestellen wollten.

    Und endlich finden wir eine Webseite, die das Gewünschte hat und das in reicher Auswahl. Sagen wir mal, es ist ein Geschäft, das ökologisch korrekte, in Fair Trade hergestellte Kleidung verkauft und das auch noch anständig designt. Das hat natürlich seinen Preis. Aber hurra, hier gibt es sogar Bewertungen von echten Käuferinnen! Das ist doch perfekt! Dann die Enttäuschung: Gleich die erste Rezensentin vergibt nur einen Punkt und brüllt: 

    Totale Abzocke! Der Pulli ist sein Geld nicht wert! Einmal getragen und schon pillt der! Und eingelaufen ist der auch! Dabei habe ich den mit der Hand gewaschen! Und woanders gibt es den in schöner und viel billiger! Betrug!

    1 Stern, weil man weniger nicht geben darf! Alles Beschiss hier!

    Gut, der Ton der Dame missfällt und eigentlich hören wir auf solche Schreihälse doch gar nicht. Aber irgendwie sieht der Pulli jetzt gar nicht mehr so schön aus wie noch vor dem Lesen dieser Bewertung. Und trotz Handwäsche ist der eingelaufen? Da wäre ich auch wütend. Hmmm …
    Wir lesen weiter:

    Sehr schöne Qualität, Farbe wie abgebildet, bekomme viele Komplimente. Ich wünschte nur, er wäre ein wenig länger, denn wenn ich die Arme hebe, rutscht er mir bis über den Busen.

    Vier Sterne.

    Wieder überlegen wir: Zu kurz? Das sieht ja auch nicht aus und schon gar nicht, wenn ich 150,- € dafür zu zahlen habe. Aber es ist genau das richtige Rot und überhaupt drückt sich diese Frau viel netter aus, der glaube ich doch eigentlich lieber als der anderen. Aber zu kurz ist natürlich blöd.
    Wir lesen die dritte Bewertung:

    Farbe top, schönes warmes Rot. Verarbeitung spitzenmäßig, lüften reicht, da reine Kaschmirwolle. Schnitt ist seltsam: zu eng am Hals, zu weit in den Armen. Habe ihn trotzdem behalten, Oma trennt mir das Bündchen ab und strickt ein neues dran.

    Drei lieb gemeinte Sternchen.

    Zu eng am Hals? Das ist unangenehm und dann passt am Ende kein Top mehr drunter, wenn es wirklich kalt wird. Und warmes Rot? Wieso sagt sie jetzt, das Rot wäre warm? Das steht mir ja gar nicht.
    Eine vierte Bewertung lesen wir auch noch:

    Geile Hose, schnell geliefert, Preis könnte niedriger sein, war aber ein Geschenk, ist also ok. Gerne wieder.

    Volle Punktzahl. Äh, alle Sterne, hahaha.

    Hose? Na, das hilft ja gar nicht weiter. Und im Grunde hilft keine einzige dieser Rezensionen mir bei meiner Suche, sie verunsichern mich nur. Was nicht bedeutet, es sollten keine Rezensionen mehr geschrieben werden. Wir brauchen nur mehr Infos. Weshalb manche Shops nun mehr von ihren Rezensentinnen verlangen. Wenn ich mich hier in ein Kleid verliebt hätte, dann würden mir diese Bewertungen durchaus weiter helfen:

    Kleidergröße 40, 170-180 cm, schlank, 80B, blond

    Passt perfekt, Kleid geht bis Wadenmitte und schwingt sehr schön.

    Kleidergröße 44, 150-160, mollig, 90E, rothaarig

    Kleid viel zu lang, viel zu eng oben rum, Farbe macht blass. Geht zurück! Nie wieder dieser Shop!

    Kleidergröße 36, 180-190, sehr schlank, 75A, brünett

    Fällt schön blusig, Rock könnte länger sein, Farbe könnte ruhig knalliger sein, sieht aber sehr fein aus. Sehr empfehlenswert.

    Der Naturmodeshop von oben würde sicherlich von diesen Informationen ebenso profitieren. Und womöglich wäre eine Info mehr auch hilfreich:
    Hat die Kundin, die von Abzocke sprach, vielleicht zum ersten Mal so viel für einen Pullover ausgegeben? Kauft sie sonst vielleicht bei KiK (ohne, dass das abwertend gemeint ist!)? Und Handwäsche ist – wir Strickerinnen wissen das – nicht ohne, da ist die Temperatur schnell mal zu heiß, da liegt ein kostbares Stück schnell mal zu lange im Becken oder wird zu grob herausgezerrt, am Ende gar auf der Heizung getrocknet.
    Hat die Dame, die den Pulli zu kurz findet, vielleicht eine Körbchengröße jenseits von D? Hat sie einen ausladenden Brustkorb? Hat sie eine zu kleine Größe gekauft? Und wie ist ihr Monitor eingestellt – Farbe wie abgebildet heißt im Grund leider gar nichts. Und hat mich doch verunsichert.
    Nummer drei hat vielleicht Probleme mit der Schilddrüse, weshalb ihr jeder hohe Kragen zu eng vorkommt. Und meint sie mit einem warmen Rot dasselbe, was eine ausgebildete Farbberaterin darunter versteht? Das ist eher selten.
    Und bei Nummer vier wäre der Shop gut bedient, die Rezensionen auf ihren Inhalt zu überprüfen und die Rezensentin darauf aufmerksam zu machen, dass sie womöglich in der Zeile verrutscht war.

    Gut. Was hat das nun mit Büchern zu tun?

    Ich würde mir wünschen, wir bekämen da ähnliche Infos. Das würde mir sowohl als Leserin wie auch als Autorin wünschen. Wahrscheinlich machen das viele von euch ähnlich, wenn sie Rezensionen überhaupt lesen: Wenn jemand überschwänglich lobt oder gnadenlos niedermacht, dann schauen wir uns das Profil an und gucken, was denn sonst so gelesen wird. Weil wir wissen wollen, wie ernst wir die Aussage nehmen können oder müssen. Viel leichter und hilfreicher wäre es, wenn wir das sofort erkennen könnten:

    Weiblich, 20-30 Jahre, liest am liebsten Horror, hardboiled Krimi, Dark Romance, BDSM

    War voll langweilig, es passiert überhaupt nix, das ist kein Krimi. Für mich ist das nichts, kann ich nicht leiden. Fehlt echt an allem!

    Aha. Wenn ich nun eine Leserin bin, die dieselben Vorlieben hat, dann spare ich mir die Ausgabe und lasse das Buch liegen. Bin ich eine Leserin, die mit diesen Genres überhaupt nichts anfangen kann, dann freue ich mich vielleicht und denke, ich sollte einmal hineinschauen. 

    Und als Autorin denke ich mir: Ja, stimmt, du hast völlig recht. Du und mein Buch, ihr passt nicht zusammen und es tut mir leid, dass du dir etwas anders versprochen hast. Ich sollte noch einmal in meinen Klappentext gucken und überlegen, wie ich das klarer machen kann. Oder ist mein Cover wirklich so bluttriefend, dass du zugreifen musstest? Wie auch immer, danke für den Tipp.

    Zwar macht mir die Bewertung noch immer meinen Bewertungsschnitt kaputt, aber hey: Nichts ist unglaubwürdiger als 100 x fünf Sterne!

    Weiblich, 30-40 Jahre, liest am liebsten cosy crime, Historische Romane, heitere Komödien

    War voll langweilig, es passiert überhaupt nix, das ist kein Krimi. Für mich ist das nichts, kann ich nicht leiden. Fehlt echt an allem!

    Au verdammt! Die liest dasselbe, was ich mag, das ist die Leserin, für die ich schreibe. Schnell mal ins Profil schauen, was sie zuletzt bewertet hat. Doppelt au! Sie liebt all die Romane, die ich auch liebe! Jetzt weiß ich, ich muss noch einmal ran, irgendwo habe ich richtig Mist gebaut, das kann ich besser. Schnell eine Runde heulen und toben und dann ran an die Arbeit!

    Natürlich gibt es immer noch Rezensentinnen, die wirklich nur aus Spaß an der Freude Verrisse schreiben oder einfach nur überall einen Stern vergeben. Es gibt solche Menschen, die kleingeistig und schadenfroh sind. Und es gibt auch Konkurrentinnen, die sich von diesen Dingen einen Nutzen versprechen. Aber das dürfte doch die Minderheit sein. Die meisten negativen Rezensionen erhält man eben, weil Buch und Leserin nicht zusammengehören und es nicht gelungen ist, beide auseinanderzuhalten.

    Mag sein, es wollte die Leserin einmal etwas Neues ausprobieren, mag sein, sie ist eine Schnäppchenjägerin, die alles runterlädt, wenn es umsonst oder sehr billig ist, mag sein, es hat die Autorin absichtlich ihr Buch in das falsche Genre einsortiert. Oder es kann sein, die Rezensentin ist der Meinung, es müsse alles nach ihren Wünschen geschrieben sein. Alles möglich, da stecken wir nicht drin.

    Aber weil jede negative Meinung auch diejenigen beeinflusst, die sich für immun solchen Einflüsterungen gegenüber halten, wäre es schön, wenn sich auch diejenigen, die schüchtern und zurückhaltend sind, dazu überwinden könnten, ihre Meinung öffentlich kundzutun, wenn sie weiterhin mit Romanen ihrer liebsten Autorin Zeit verbringen wollen. Denn das Arbeiten mit nur wenig Resonanz und Unterstützung – das bringt das Schreiben nun einmal so mit sich, vor allem, wenn man als Autorin auch eher schüchtern und zurückhalten ist – ja, dieses Arbeiten geht schon einmal schlechter von der Hand, wenn man sich für ungelesen und ungeliebt hält.

  • Liebe, Mord & andere Peinlichkeiten

    Liebe, Mord & andere Peinlichkeiten

    Ich gebe es zu, auch ich kenne guilty pleasures. Ganz schlimme sogar!

    Ich habe beispielsweise die diesjährige Staffel von ‚Hochzeit auf den ersten Blick‚ mit heimlicher Wonne geschaut, wobei ich gar nicht sagen kann, was mich daran so fesselt.
    Aber etwas fasziniert mich enorm und so ist es vielleicht kein Wunder, dass ich vor weniger als zwei Wochen auf die Idee zu einer Weihnachtsgeschichte kam, die wenig besinnlich, dafür aber romantisch, lustig und spannend ist – drei Überraschungen auf einmal sozusagen! Hurra!

    Heraus kam ein Kurzroman, an dem zumindest ich viel Spaß hatte. Ich selbst bin nicht unbedingt eine romantische Seele, deswegen schlüpfe ich ganz gerne einmal in die Haut einer Frau, die mir nur wenig ähnelt.
    So ist die Journalistin Caroline Schumann ausgesprochen ehrgeizig, was sich in ihrer Wahrnehmung mit ihrer Sehnsucht nach Liebe und Romantik beisst. Doch beides, Ehrgeiz wie Sehnsucht, tragen dazu bei, dass sie sich auf Befehl ihres Chefs bei einer solchen Hochzeitsshow anmeldet. Und sich wider Erwarten in einem verschneiten Feriendorf in der Eifel wiederfindet – gemeinsam mit ihrem Ehemann, zwei anderen Pärchen, einem Filmteam und einen Mörder …


    Auf einen Blick

    Band

    –

    Handlungszeit

    Gegenwart, Weihnachtszeit

    Schauplatz

    Eifel

    Lesestimmung

    Turbulent, humorvoll, spannend

    Einordnung

    Moderne Krimikomödie mit romantischen Verwicklungen

  • Odila, die Zeitige

    Odila, die Zeitige

    Seit einem Monat sind der Direktor Anastasius Olivero und seine Agentinnen nun im Amt. Während die Fee Melisande sich in Wien um die österreichische Thronfolgerin kümmert, ist Vampira Swanhild auf der Jagd nach einer Mörderin.

    Davon bekommt Odila O’Malley, Zeitenspringerin mit Auszeichnung, nichts mit, denn ihre erste Mission führt sie zurück ins Jahr 1561.

    Ihre Aufgabe:
    Zwei zerstrittene Königinnen in Freundschaft verbinden.
    Es soll diese Reise ihre Feuertaufe werden, ein harmloser Auftakt, sich in Diplomatie zu üben. Zuversichtlich geht sie ans Werk, doch was sie in London erwartet, hat niemand vorhersehen können.


    Auf einen Blick

    Band

    3

    Handlungszeit

    1899 und 1561

    Schauplatz

    London und die Welt des Instituts

    Lesestimmung

    Abenteuerlich, turbulent, verspielt

    Einordnung

    Historische Fantasy mit Parallelwelten und Zeitreisen

  • Die mysteriöse Séance

    Die mysteriöse Séance

    Emma Seance

    Nachricht aus dem Reich der Toten?

    Bonn, Herbst 1928. Emma gibt es nicht gerne zu, aber sie ist aufgeregt: Zum ersten Mal besucht sie eine Séance! Selbstverständlich glaubt sie nicht an Geister und ihre Beschwörung.
    Deshalb ist sie hier: um eine Betrügerin zu überführen.

    Im flackernden Lampenschein ist es aber kein Gespenst, das ihr Angst einjagt. Es ist der Mensch, der unbemerkt einen Mord begangen haben muss. Oder war es doch ein Wesen aus einer anderen Welt?

    Emma gerät zum neunten Mal schon in die Ermittlungen des Bonner Kriminalkommissariats. Wie stets kann sie nichts dazu, es geschieht einfach. Was soll ein Mädchen – pardon: eine junge Frau! – anderes tun, als nach bestem Können mitzuhelfen? Das ist doch wohl oberste Bürgerpflicht, nicht wahr?

    Erstaunt aber wird sie feststellen, dass sie mit dieser Meinung so ziemlich alleine dasteht. Was sie nicht davon abhält, nur ‚einmal schnell‘ loszulaufen, um harmlose Fragen zu stellen. Man kennt das. Es sind interessante Menschen, mit denen sie dieses Mal in Kontakt kommt: Da ist die Spiritistin Madame Ophelia, an deren Gaben Emma nicht so recht glauben möchte. Da ist aber auch ein Herr von Hochfeld, der sie unglaublich nervös macht. Eine russische Malerin ist vertreten (mancher Leserin vertraut als diejenige, die Timotheus Mayenbach gemalt hat!) ebenso wie eine schottische Reisende, zwei junge Damen der besten Gesellschaft und …


    Auf einen Blick

    Band

    9

    Handlungszeit

    Herbst 1928

    Schauplatz

    Bonn

    Lesestimmung

    Unheimlich, atmosphärisch, rätselhaft

    Einordnung

    Historischer Kriminalroman mit Gesellschaftsbild

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