Andrea Instone

Licht & Schatten

Aufbruch ins Leben

Wie so viele Mädchen und junge Frauen aus Eifel und Voreifel zieht Hedwig um die Jahrhundertwende ins reiche Bonn, wo Dienstmädchen zum Alltag gehören – Wohnungen werden angeboten mit dem Hinweis, ein Mädchen wäre vorhanden, so selbstverständlich empfand man das Opfer, das man von diesen Angestellten erwartete. Freie Tage, geregelte Arbeitszeiten, eine saubere Unterkunft, angemessener Lohn, gesetzlicher Schutz vor Missbrauch? Fehlanzeige. Bis zu achtzehn Stunden am Tag arbeiten viele, vielleicht sogar die meisten, und das für einen winzigen Lohn, der ihnen oftmals nur einmal im Jahr ausgezahlt wird. Mit Abzügen für alles, was in ihrer Obhut zerbrochen sein mochte. Dafür gab es bei kulanten Arbeitgebern jeden Sonntagnachmittag Ausgang, aber nicht allzu selten beschränkte sich das auf einen halben Nachmittag im Monat.

Wie schlecht also musste Hedwigs bisheriges Leben gewesen sein, dass sie das auf sich nimmt? Nicht schön. Gar nicht schön. Und doch ist dieses Mädchen von einer solchen Zuversicht; sie ist immerzu bester Laune und hält sich für ein Glückskind, dem schon alles irgendwann gut ausschlagen wird. Naiv? Gewiss. Und zugleich so erfahren, was das Leben und seine Schattenseiten betrifft.

Das glaubt sie erst recht, nachdem sie John und Max kennengelernt. Studenten der Ägyptologie sind sie (und das wahrhaftig auch beim Vater einer anderen meiner Heldinnen – Professor Heinrich August Schumacher unterrichtet die jungen Herren). Von John schwärmt Hedwig. Sie tut es, wie es nur ein Mädchen tun kann, das mühsam nur Romane liest, die andere als Schund abtun. Sie tut es von ganzem Herzen und mit viel Hingabe und Ausdauer. Glaubt sie, ihn für sich gewinnen zu können? Oder ist sie zufrieden damit, ihn aus der Ferne zu bewundern? Und was ist mit Max?


Auf einen Blick

Reihe

Band

1

Handlungszeit

Um 1900, Kaiserzeit

Schauplatz

Bonn am Rhein, Deutschland

Lesestimmung

Lebensnah, warmherzig und hoffnungsvoll

Einordnung

Historischer Frauenroman über ein Dienstmädchen und gesellschaftliche Schranken

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