Hedwigs Zuversicht scheint sich auszuzahlen, denn die harte Arbeit, das ewige Schuften und die Sorgen um Lohn und Brot finden wahrhaftig ein Ende. Sie soll lernen, soll etwas aus sich machen – sie soll ein feines Fräulein werden. Bonn bietet eine Vielzahl ein Töchterpensionaten; Adressbuch und Annoncenteil der Zeitung sind voll von solchen Schulen, in denen junge Frauen zu Gastgeberinnen, Ehefrauen und Hausherrinnen ausgebildet werden. Ein wenig geschichtliche Bildung, etwas Geografie, unbedingt Französisch und Englisch, Klavier und Stickarbeiten, ein bisschen Literatur und nicht zu viel Sport, dazu Unterrichtsstunden in Tanz, Frisuren, eleganter Kleidung: ein bis drei Jahre etwas und aus dem groben Klotz mürrischer Tochter ist ein funkelnder Brillant geworden. So zumindest das Versprechen der Schulleiterinnen.
Für Hedwig wird damit ein Traum war und dass sie unter den anderen Pensionatsschülerinnen Freundinnen findet, ist für sie das schönste Geschenk. Doch diese Ausbildung hat einen Grund. Einen herrlichen Grund. Oder nicht? Hedwig kommen erste Zweifel …
Im zweiten Band darf Hedwig fast ein Märchen erleben. Aber ist es ein Märchen, wenn nach wie vor andere für dich (und sich) entscheiden, was du zu tun hast und was nicht?
Auf einen Blick
Reihe
Band
2
Handlungszeit
Um 1900, Kaiserzeit
Schauplatz
Bonn am Rhein, Deutschland
Lesestimmung
Hoffnungsvoll, fein beobachtet und nachdenklich
Einordnung
Historischer Frauenroman über Bildung, Standesgrenzen und Selbstbestimmung

