Andrea Instone

Licht & Schatten

Sandberg

Seinen ersten literarischen Auftritt hatte er als Grauer Herr in Emmas elftem Fall Die wilde Jagd durch Bonn und ich habe selten so viel Post erhalten wie für ihn. Post mit der Bitte, ihn noch einmal zurück zu bringen. Einen Auftragsmörder. Tja.

Philippe Josèphe Sandberg ist ein junger Herr, für den die Begriffe Moral, Ehre und Verantwortung große Bedeutung haben. Er definiert sie jedoch etwas anders, als es die meisten Menschen tun. Was sicherlich seiner Neigung zum Kriminellen geschuldet ist. Oder sie erklärt …

Wie es begann

Geboren in Belgien, aufgewachsen dort, in Schweden und England, versehen mit einer ewigen Neigung zu Frankreich, seiner Wahlheimat und familiären Verbindungen in alle Länder Europas ist der kleine Philippe ein aufgewecktes Kind. Klug und charmant ist er immer schon und lässt damit vergessen, dass sein Äußeres nicht von klassischer Schönheit ist. Dennoch wird jeder und jede ihn attraktiv finden – wenn er es zulässt, bemerkt zu werden.

Früh stellt er eine seltsame Neigung zum Kriminellen an sich fest. Er ist auf gar keinen Fall ein Tierquäler; ganz im Gegenteil. Freundschaft, Liebe, Treue, Ehre und Moral sind für den Jungen keine Floskeln und scheinbar vertragen sie sich schlecht mit seinem Wunsch, Kostbarkeiten zu stehlen und manchem Menschen eine Lektion zu erteilen.

An einem verhängnisvollen Abend hoch oben in Schweden geschieht etwas, das das in ihm Gärende zum Ausbruch bringt. Nun steht für ihn sein Lebensweg fest und bald schon findet er jemanden, der ihn in allerlei Künsten unterweist und zu seinem väterlichen Mentor und Agenten wird.

Ein Gauner rennt durch das nächtliche Paris

Sandberg ist von seinem Können sehr überzeugt, doch etwas stimmt nicht mit diesem neuen Auftrag.
Etwas stimmt ganz und gar nicht!

Was Sandberg nach erfolgsverwöhnten Jahren nun lernen muss, ist nicht allein ein klein wenig mehr Bescheidenheit – nein, er muss lernen, was Freundschaft und Vertrauen bedeuten – beides können leicht den Verlust von Freiheit und Leben mit sich bringen …

Was folgte

In die Schweiz nun also und das mit der Person, die ihn in der Hand hält. Die er hasst. Und die er loswerden will. Endgültig und für immer. Sobald die Gelegenheit günstig ist, wird er zuschlagen. Spontan, doch kühl. Ohne Spuren. Und dann wird er wieder so arbeiten, wie er es gewohnt war und wie er es möchte.

Doch jemand, der es geschafft hat, ihn hereinzulegen und zum Befehlsempfänger zu machen, ist kein leichter Gegner. Noch dazu einer, der seine Gedanken zu lesen scheint …

Ein Gauner radelt hinter einem Auto über die Alpen

Ein Sanatorium in Andermatt ist das Ziel. Ein simpler Auftrag. Eigentlich.
Doch nichts ist, wie es scheint. Oder scheint es nur, als wäre es nicht, wie es doch ist?

Und wieder ist alles anders

Zwei, drei Jahre sind vergangen. Sandberg hat sich eingerichtet in diesem neuen und doch altem Leben, das entgegen seiner Befürchtungen nicht enger dann vieler Verpflichtungen, sondern aufregender und vielfältiger geworden ist. Jetzt ist sogar ein kleiner Urlaub drin. Oder was man so Urlaub nennt, wenn man nach Nizza reist und zwischen Sonnenbad und Cocktailstunde über eine Hotelfassade in ein Zimmer klettert, um dort für Gerechtigkeit zu sorgen. Schmuck ist es, der zurück zu seinem rechtmäßigen Besitzer soll.

Tja und dann auf einmal befindet er sich inmitten einer Geschichte, die ihm wirklich gar nicht gefällt. Da gibt es Leute, für die der Große Krieg noch lange nicht zu Ende ist. Leute, die sich für die Guten halten. Die Sandberg für Abschaum hält. Leute, die sich einmischen und ihm auflauern. Und das nennt sich dann Ferien!

Ein Gentlemanganove steht auf einer Terrasse in Nizza

Nizza! Sonne, Meer und Glamour. Ein wenig Tändelei, ein wenig Champagner.
Und ein Mord, der nicht zum Plan gehört …


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