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Wahrhaftig ein wenig kühl heute

Reden wir doch über den Juni ...

Der Juni. Ich hatte euch und dir schreiben wollen, stand im Kalender. Und dann brach die Hölle über uns ein. In Bonn waren es zwölf Tage, die noch relativ harmlos mit drei zu warmen, zu frühen Sommertagen begannen - und in Bonn wissen wir etwas über heiße und vor allem drückende Tage. Das steigerte sich täglich und ab dem siebten Tag ruhten dann auch die sagenhaft lauten Bauarbeiten etwa 30 m von mir entfernt. Das Haus kühlte nie auf weniger als 34 Grad runter. Permanent saß ich nun im Dunklen, immerzu das Rauschen des Ventilators im Ohr; ich war übermüdet und fertig.

Aber wem sage ich das? Es wird euch und dir nicht viel anders ergangen sein. Selbst wenn die 40 Grad an deinem Wohnort nicht geknackt wurden, wirst du mitbekommen haben, wie es anderen erging. Nicht schön.

Was also tat ich - also als Autorin?
Emmas 3. Fall hatte ich glücklicherweise bereits beendet, als die Hitze begann; ich hätte mich darauf nicht konzentrieren können. Aber nur rumsitzen und leiden, das hilft ja nicht. Also schrieb ich endlich eine winzig-kleine, absurd-alberne Geschichte rund um meine (echten) Erlebnisse auf einer Schönheitsfarm auf, gestaltete ein Cover und entließ es in die Welt. Weil Lachen in diesen Zeiten überlebenswichtig werden mag.

Illustration Badezimmer, wackelnde Wanne, Schaum, Frauenbeine
Illustriertes Kriminalromancover. London 1934, Emma, rothaarig, Mantel, Kleid, Tasche. Es regnet am späten Nachmittag
Cover Mrs Beresford 4, Illustration, Golfplatz, Emma in Pulli und Rock, 1935
Von wegen Emma ...

Dieses heimtückische Geschöpf, das sich vor etwa zwanzig Jahren bereits in mein Leben geschlichen hat und seither ständig höflich bittet (sie verlangt es, wollen wir ehrlich sein!), mehr über sie zu schreiben, tat das natürlich auch, nachdem ich die Tragödie meiner Undercovertätigkeit notiert und veröffentlicht hatte.

Ich solle nur mal rumfragen, so meinte sie, ob nicht alle wünschen würden, es ginge mit ihr weiter. Alice de Beaumont oder ihr guter Freund Sandberg und gewiss auch Rachehexe Moira - nun, die würden gerne noch ein paar kurze Wochen warten, bis sie an der Reihe wären.

"Immerhin", so sagte Emma mit überaus schmeichelnder Stimme und Dackelblick, "hast du doch eben nun eine ganz hervorragende Idee für den nächsten Schauplatz. Das ist doch ein Zeichen, das sagt dir doch, was zu tun ist."

Ich widerstand zunächst, verwies vor allem auf Alice, die wahrlich lang genug gewartet hätte. Aber Emma gab nicht auf.

"Wir machen es so: Du gestaltest ein passendes Cover und wenn du es hinbekommst, dann schreibst du mein viertes London-Abenteuer jetzt im Juli. Wenn das Cover nicht gelingt, dann warte ich."

Dieses kleine Biest weiß selbstverständlich, dass ich, habe ich einmal mit der Arbeit an einem Titelbild begonnen, nicht ruhe, bis ich es hinbekommen habe. Um Zeit zu sparen, bastelte ich zwei Tage und zwei Nächte. Und Emma lächelte hold und fragte, wie weit ich mit der ersten Szene wäre, sie wolle mir gerne dabei helfen. Das beantwortete ich mit einem hoheitsvollen 'Scher dich zum Teufel und stör mich nicht' und schickte sie auf den Golfplatz in Richmond, wo sie nach wenigen Stunden bereits über - 

Ne, verrate ich jetzt nicht. Kommt ja mit etwas Glück Ende August raus.

Thalia & Co.

Darauf möchte ich gerne extra hinweisen, denn ich ziehe es noch immer gnadenlos (gegen mich selbst) durch: Fast all meine Romane sind auch für den Tolino zu haben und in den nächsten Tagen werden auch die letzten beiden Serien nachziehen; ich habe sie eben hochgeladen.

Konkret bedeutet das: Über das Leihprogramm von Amazon sind diese Bücher nicht mehr zu haben und das war eine sehr schwierige Entscheidung, obwohl ich sie schon zum siebten Mal getroffen habe. Es macht sich auch dieses Mal bemerkbar: Auf Amazon ist die Sichtbarkeit gesunken und damit auch die Chance, von meiner Arbeit leben zu können. Bei Thalia, Hugendubel, Osiander ist Sichtbarkeit für Autorinnen ohne Verlag eigentlich nicht mal vorgesehen; dort Leserinnen so reizend wie ihr und zu finden, ist langwierig und ungewiss. Das macht mir regelmäßig Angst, aber zugleich möchte ich in diesen Zeiten nicht länger von einem Unternehmen abhängig sein, das in vielerlei Hinsicht unschön handelt und europäische Interessen nun wirklich nicht berücksichtigt.

Das ist insofern bedauerlich, als es dabei bleibt: Niemand ist Autorinnen gegenüber fairer und großzügiger auf dem Markt, wenngleich überraschende Kontoschließungen und negative Entscheidungen immer schon dafür sorgten, dass man in ständiger Sorge um ein plötzliches Wegbrechen der Lebensgrundlage war. Tolino ist da sicherer, aber schwerfällig, altbacken, technisch von vorgestern und zahlt dazu deutlich schlechter.

Moral, Prinzipien und Ethos kosten mich Geld und dank des Tolino-Dashboards und seinen Schwierigkeiten auch sehr viel Zeit. Aber bislang gibt es mir auch das Gefühl, ein kleines Zeichen setzen zu können und das Richtige zu tun - so unwichtig ich im Großen und Ganzen auch bin. Von daher möchte ich jetzt gerade ganz explizit den Wenigen hier danken, die mich auf ihrem Tolino lesen. Vielleicht werden es mehr, das würde mich entspannen. Brauche keine Reichtümer, nur ein klein wenig Sicherheit.

Und auf meiner Webseite?

Was gibt es Neues auf dem Blog?

Zwei Artikel und ein Buchfinde-Quiz - eine kleine, nächtliche Bastelei, die auf dem Handy nicht so ganz perfekt funktioniert. Den Link findet ihr auf meiner Seite oben rechts und hier etwas weiter unten.

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Das Buchfinde-Quiz Mrs Beresfords 3. Fall Etwas zum Lachen

So, ihr wunderbaren Menschen, ich danke fürs Zuhören, freue mich auf Antworten und wünsche euch sehr, dass wir gegen jede Wahrscheinlichkeit von weiteren Hitzewellen verschont bleiben. Startet gut in die neue Woche :)

Liebste Grüße
Andrea

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Andrea Instone
Wesselheideweg 24 - 53123 Bonn