ANDREA INSTONE
Schon der vierte Band!

Darf ich damit anfangen?

Normalerweise schreibe ich in meinem Newsletter viel mehr über das, was mir so durch den Kopf geht - was in der Regel ziemlich davon beeinflusst ist, was um uns herum passiert. 

Aber ähm. Äh. Ja. Bäh! Gibt für warmherzige, mitfühlende und liebenswerte Frauen und Männer jetzt gerade nicht so vieles in der Welt, was uns glücklich machen könnte. Ich zumindest bin es nicht und wenn ich während Corona und der Demenz meiner Mutter noch ganz gut darin war, mich in mein Schreiben zu vergraben und eine alternative Welt zu erleben, finde ich es zunehmend schwieriger, die Außenwelt nicht in meine Geschichten dringen zu lassen - und die ja auch mit genauso viel Elan und Ausdauer zu schreiben wie vor drei Jahren nach.

Obwohl: Wenn ich heute lese, was ich in Königin der Strigoi erfunden habe, dann mag man da schon Anklänge an die Pandemie finden - eine Vampirseuche ist vielleicht doch ein passenderer Vergleich gewesen, als mir beim Schreiben bewusst war.

Ich nehme also das Gesagte zurück und stelle fest, dass ich eventuell und ganz vielleicht ein klitzekleines bisschen älter geworden bin und dass das ja auch Grund sein könnte, weshalb ich langsamer ...

Nö! Das nehme ich auch zurück, ich werde täglich jünger, klüger, schöner, sportlicher und überhaupt und sowieso.

Was hatte ich sagen wollen?
Ach ja, ich hatte ausnahmsweise einmal mit schamloser Werbung beginnen und sagen wollen: Alice darf in ihr viertes Abenteuer aufbrechen. Heute. Jetzt gleich. Jawohl. UND ich schreibe schon am fünften Band.

Einen sechsten und vielleicht einen siebten wird es ebenfalls geben. Vielleicht sogar acht oder neun ...

Weil Alice Beaumont genau die Frau und die Heldin ist, die mir als Autorin gerade sehr, sehr, sehr hilft. Wegen - siehe oben. Sie sieht die Welt, wie sie ist, sieht sie sogar düsterer und bedrohlicher, als sie für viele andere ist. Sie beginnt kühl, voller Misstrauen, bleibt lange distanziert - aus guten Gründen. Und trotzdem gibt sie nicht auf: Sie will ihr Stück vom Glück, will Freiheit, Respekt und eine Zukunft.

Dinge, die sie noch mehr möchte, nachdem sie den Wert von Liebe und Freundschaft entdeckt - widerwillig entdeckt. All diese Gefühle machen schwach, so glaubt sie, sie verwirren und verstören und führen wahrhaftig zu Schwierigkeiten, denen sie doch entkommen wollte.

Ja, Alice Beaumont wird mir noch eine Weile erhalten bleiben - das viktorianische England, insbesondere London, in dem reich und arm dicht beieinander liegen - in jedem Sinne: Der Armut anheimzufallen war auch vermögende Menschen ein tägliches Risiko und da mam nie weit fahren musste, um zu sehen, wohin Armut führte, wusste man genau, wovor man sich fürchtete.

Aber jetzt will ich nicht ins Dozieren kommen, schon gar nicht um diese Uhrzeit. Es ist kurz vor Mitternacht und meine Kontaktlinsen sollten längst raus, sehe kaum noch, was ich hier tippe - für die sicherlich vielen Schreibfehler entschuldige ich mich demütigst.

Also, Schluss für dieses Mal - ich hoffe, du hast einige schöne Stunden mit Alice; mach es dir bequem, lenk dich ab, gönn dir eine Auszeit.

 

Ich wünsche ein wunderbares Wochenende und einen herrlichen Rest-Mai!
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Andrea Instone
Wesselheideweg 24 - 53123 Bonn