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Wie schon beim letzten Mal:
Autorin pur - kein Make up, keine KI, kein Filter.

ABER dafür mit entzündetem Auge, deshalb die verhasste Brille. Mitleid kann gerne gesandt werden. Nur nicht zurückhalten :D

Wechseln wir zur beliebten Rubrik:

Was ist neu, was hat sich getan?

Das Wichtigste zuerst:
Nein, ich habe noch keinen fertigen Pullover vorzuweisen. Weil ich, anstatt mich an einer Strickmaschine zu vergnügen (fluchen, jammern und sicher sein, zu doof für dieses Teil zu sein - das fällt unter Vergnügen. Oder? Oder??), mit Emma Beresford beschäftigt war. Und war sehr intensiv.

Und ich darf verkünden, ich habe den vermutlich beliebtesten meiner Männer ins Buch geschmuggelt: Simon Wertheim hat irgendwie mit diesem neuen Fall zu tun. Und ich glaube, wer ihn liebt, wird sich sehr freuen und darf schon mal Rosinenschneckchen bereitlegen, denn das Manuskript ist bereits in der Korrektur und wird vermutlich nächste Woche erscheinen.

Nicht das Manuskript, sondern natürlich der Roman. Emmas zweiter Fall in England - mit ganz viel Nostalgie an die Anfänge der Serie. Ich glaube, das Lesen wird Vergnügen bereiten. Wenn man Emma mag natürlich. Ich jedenfalls hatte beim Schreiben sehr, sehr viel Spaß - für mich eben doch die beste Flucht vor der Welt und ich will da gar nicht viel zu sagen. Aber gute Güte, welch Hölle tut sich um uns auf.

Aber nein, nein, nein, nicht jetzt, nicht hier, wir sind uns größtenteils einig, denke ich. Also nichts weiter dazu. Wobei ...

Das Schreiben politisch ist, ist klar und logisch; das ist es auch, ohne dass im Text über Politik gesprochen wird. Der Blick der Autorin auf historische Ereignisse? Politisch. Wie sie Personen darstellt, wie diese fühlen, reden, denken? Politisch.

Und wo und wie sie veröffentlicht: Politisch, ob sie das will oder nicht. Wieder das Problem von Moral und Hunger, nicht wahr? Autorinnen verdienen im Schnitt 50,- im Monat. Bisschen knapp für Miete und Essen. Amazon mit seinem KDP hat das massiv geändert; nie hattest du als Schreibende so viel Möglichkeit, das, was du liebst, mit ganzer Seele und all deiner Zeit zu tun, ohne dabei zu verhungern. Gelang zwar auch nun nur wenigen, aber doch vielen, vielen mehr als zuvor.

NUR: So richtig gut fühlte sich die komplette Abhängigkeit von Amazon nie an. Exklusivität hat ihren Preis. Und nun einen sehr hohen. Um es kurz zu machen: Nach und nach werde ich versuchen, all meine Bücher auch für den Tolino verfügbar zu machen. Weshalb zum allerersten Mal ein ganz neues Buch nicht nur bei Amazon erscheinen wird, sondern auch bei Tolino.

Mrs Beresford wird also nächste Woche auch auf dem Tolino erscheinen; ihr jüngeres Ich Fräulein Schumacher wird in einigen Monaten nachkommen. Das ist ein großer und sehr, sehr teurer Schritt für mich - und ja nicht der erste Versuch in diese Richtung - , aber ich habe die TechBros und damit auch Amazon so satt, dass ich nicht komplett von ihnen abhängen möchte. Muss halt einer der Söhne verkauft werden oder so. Wird schon irgendwie gehen :D

Mrs Beresford auf heißer Spur
1 Das toedliche Willkommen
2 Der Tote im Hyde Park 2025
Und was kommt dann?

Als nächstes kehre ich zurück in die sehr viel düstere Welt von Alice Beaumont. Ein halbes Jahr ist vergangen, seitdem ich diese ambivalente Heldin im viktorianischen London zurückgelassen habe - in einer Lage, die alles andere als angenehm ist.
Sie wird keine Zeit gefunden haben, ihr Journal zu führen. Wie auch? Aber nun, im Sommer 1849, kehrt sie an den Schreibtisch zurück; zu sehr fehlt ihr diese Form der Bewältigung. Und ihr erster Eintrag macht uns sofort deutlich, wie es ihr geht:

Ich hasse mein Leben! Hasse es mit solcher Inbrunst! Und das nicht etwa, weil ihm Liebe und Freundschaft fehlen, sondern im Gegenteil weil beides mich niederdrückt. Ich will jenen, die mir so zugetan sind und die mir das Liebste, Wertvollste auf der Welt sind, all dieses Grauen, die beständige Angst und Sorge, nicht zumuten. Hätte ich die Kraft, ich würde sie alle fortschicken, würde ihnen verbieten, noch länger in meiner Nähe zu verweilen. Aber ich kann es nicht, denn ohne Hamish und Elsie, ohne meinen Bruder, ohne sie alle - ich wäre verloren.

Das ist düster, oder?

Als ich diese Serie anfing, hatte ich eigentlich eine eher lustige Krimiserie im Kopf - eine Schneiderin, die auf Landsitze reist und dort nebenher Fälle löst. Es zeigte sich ziemlich bald, dass ich mir dafür die falsche Schneiderin ausgesucht hatte. Statt Klatsch und Tratsch und Tralala in einer historisierenden Erzählung landete ich in der Unterwelt. Wenn auch vieles abenteuerlich erfunden ist, ist das Meiste doch Realität, was ich da auffächere - und da, wo ich dachte, schamlos zu übertreiben und das Böse überspitzt darzustellen, da bleibe ich hinter der Realität meilenweit zurück. Wie viel schlimmer Netzwerke und Machenschaften sein können oder vielmehr sind, das sehen wir zurzeit überdeutlich.

Aber ich kann Alice das Böse bekämpfen, kann sie siegen lassen. Deshalb freue ich mich sehr darauf, wieder an ihrer Seite zu laufen und aufzuschreiben, was ihr widerfährt.

Alice Beaumont kehrt zurück - wütender als je zuvor!
7 Erbin der Macht
Und sonst so?

Je nun. Ich beschränke mich auf Instagram und Facebook auf ein Minimum meiner Präsenz und das wegen derjenigen, die mit mir dort in Kontakt sind. Auf Mastodon bin ich etwas aktiver und finde es schön dort. Entspannter, obwohl sehr politisch. Da fehlen mir noch Leute, die stricken, nähen, lesen, wäre also schön, wenn diejenigen, die auch dort sind, mich fänden. Das ist eine Aufforderung, nur für den Fall, ich wäre zu subtil gewesen. Weil subtil ist ja mein zweiter Vorname, oder? Höhö.

Gleich will ich wieder an die Strickmaschine, gönne mir ja einige Tage Schreiburlaub. Gestern wurde ein Rückenteil fertig. Ok, ein Rechteck, denn wirklich fange ich ganz bescheiden an mit dem schlichtesten Pulli, der möglich ist. Hoffentlich gelingt das, sonst bin ich deprimiert. Ehrlich wahr.

Aber was gibt es bei dir, was gibt es bei euch? Wie immer freue ich mich sehr, wenn ich Antwort erhalte. Die, die mir schreiben, wissen das hoffentlich - ich quatsche dann ja immer viel zu viel, wenn ich antworte. Tschuldigung ...

Nun, das war es für heute. Ich wünsche eine gute Restwoche und ein hoffentlich doch bald besseres Jahr.

Umarmungen und Wangenküsschen
Andrea

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Andrea Instone
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